Sống ở München với 20Euro/tuần

Discussion in 'Đọc báo cùng Sividuc' started by Vanie Ngo, Nov 30, 2016.

  1. Vanie Ngo

    Vanie Ngo Administrator Staff Member

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    #ĐọcbáocùngSividuc
    Đọc bài này hơi buồn cười lol Bạn này sống 20Euro/tuần mà kiểu chỉ sống thử nghiệm á, còn sinh viên tụi mình có biết bao nhiêu người vẫn đang sống 20Euro/tuần đây Y_Y
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    FOCUS-Online-Reporterin Uschi Jonas versuchte eine Woche lang in München mit 20 Euro auszukommen
    München ist die teuerste Stadt Deutschlands. Hier eine Woche lang von 20 Euro zu leben? Unmöglich! Oder geht das etwa doch? Eine FOCUS Online-Reporterin hat es ausprobiert und Tagebuch geschrieben. Das Ergebnis überrascht.
    Tag 1, 22. November 2016: Hunger!
    München ist die teuerste Stadt Deutschlands und ich frage mich, wie man hier mit wenig Geld auskommen kann. Also will ich es diese Woche einfach einmal ausprobieren und mich in die Lage von Studenten, Arbeitssuchenden und Geringverdienern hineinversetzen. 20 Euro ausgeben in sechs Tagen – Fixkosten abgezogen – das ist mein Limit. Puh, ich bin wirklich skeptisch, ob das klappt.

    Heute geht es los, und ich habe vor allem eins: Hunger! Ich bin es gewohnt, in den Supermarkt zu gehen, mir zu überlegen, worauf ich Lust habe und hier und da noch einen Snack zu kaufen. Ich versuche normalerweise Produkte aus der Region oder ökologischem Anbau zu wählen. Doch mit gerade einmal 2,87 Euro am Tag ist das definitiv nicht möglich. Also ab zum Discounter und los geht die Schnäppchenjagd.

    Schnell merke ich, dass manches Obst und Gemüse viel teurer ist als anderes. Manche Dinge, wie beispielsweise Avocados, sind schlichtweg nicht im Budget und statt dem ausgewogenen Müsli für drei Euro entscheide ich mich für die günstigsten Haferflocken für 39 Cent.
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    Tatsächlich kann man beim Einkauf einiges sparen, wenn man Preise vergleicht. Aber ob das am Ende auch ausgewogen und lecker ist? Ich weiß ja nicht. Für meinen ersten Einkauf habe ich 11,28 Euro ausgegeben: Haferflocken, Naturjoghurt, ein Sack Äpfel, zwei Kilogramm Karotten, zweieinhalb Kilogramm Kartoffeln, Reis, Milch, Kohlrabi, Blumenkohlund ein Becher Crème fraîche. Zum Trinken gibt es Leitungswasser und Tee.

    Haferflocken, Äpfel, Joghurt und Milch dürften für das Frühstück die ganze Woche lang reichen. Und zum Mittagessen habe ich heute eine Karotten-Kohlrabi-Kartoffel-Pfanne gekocht, zum Abendessen gab’s dasselbe. Für meinen ersten Tag bin ich ganz zufrieden, gefühlsmäßig komme ich mit meinem ersten Einkauf schon ganz schön weit. Doch erst einmal abwarten, was die Woche noch so bringt und was noch so alles anfällt.

    Ausgaben Tag 1: Lebensmitteleinkauf 11,28 Euro.

    Tag 2, Mittwoch, 23. November 2016: Mit der besten Freundin treffen

    Neuer Tag, neue Herausforderungen. Mit meinen Kollegen in der Kantine zu essen ist unmöglich. Also koche ich mir jetzt jeden Abend etwas vor für den nächsten Tag. Ich blicke neidisch auf das Lachsfilet und den Burger, die meine Kollegen essen, während ich meine selbst gemachte Karottensuppe löffle.

    Am Abend bin ich mit einer Freundin verabredet. Normalerweise gehen wir gerne zusammen schwimmen. „Aber das kannst du dir doch momentan gar nicht leisten“, erinnert sie mich. Mist, ganz vergessen, der Eintritt ins Hallenbad kostet natürlich auch Geld. Je nach Bad liegt der Eintrittspreis für Erwachsene zwischen 2,90 Euro und 5,20 Euro. Ganz schön happig und eindeutig zu teuer für mich.

    Also lieber keinen Sport und stattdessen was trinken gehen? Bei den Münchner Preisen ist auch das nicht finanzierbar für mich – ein Cocktailkostet im Glockenbachviertelschon einmal locker 10 Euro und das Bier 3,50 Euro. Also lade ich meine Freundin einfach zu mir nach Hause ein. Zusammen kochen wir eine Reis-Brokkoli-Pfanne und trinken ein Bier – das günstigste aus dem Supermarkt. Im Winter ist so ein Couch-Abend ja wirklich auch mal schön, aber irgendwie vor allem dann, wenn man die Wahl hat.

    Ausgaben Tag 2: 2 Bierflaschen für 1,15 Euro. Gesamt:12,43 Euro.

    Tag 3, Donnerstag, 24. November 2016: Bloß nicht erfrieren!

    Es ist ja so kalt heute! Weil das Öffi-Ticket nicht in meinem Budget drin ist, will ich die ganze Woche lang Fahrradfahrenoder zu Fuß gehen – komme, was wolle. Doch als ich heute Morgen um 6.30 Uhr aus dem Haus gehe, bekomme ich Zweifel. Die Temperaturenliegen knapp unter dem Gefrierpunkt und ich habe meine Handschuhe einfach nicht gefunden. Eine halbe Stunde dauert es von meiner WG in Neuhausen nach Giesing zur Arbeit zu radeln. Ich kämpfe mit mir. Aber schon am zweiten Tag hinschmeißen? Keine Chance. Also schwinge ich mich aufs Rad.
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    Mist, jetzt ist auch noch das Licht kaputt. Ich bin genervt. Es ist noch dunkel und der Weg ohne funktionierendes Fahrradlicht ja irgendwie auch gefährlich. Dass heute auch alles auf einmal kommen muss. Inzwischen ist es 6.40 Uhr und ich habe keine Wahl – wenn ich jetzt nochmal zurückfahre und auf den Bus umsteige, komme ich gnadenlos zu spät.

    Also Mütze tief ins Gesicht ziehen, warme Gedanken machen, beleuchtete Wege suchen und los geht’s. Im Sommer fahre ich ja wirklich gerne mit dem Rad, aber ich bin wirklich nicht neidisch auf diejenigen, die das immer müssen.

    Ausgaben Tag 3: 500g Naturjoghurt 49 Cent. Gesamt:12,92 Euro.

    Tag 4, Freitag, 25. November 2016: Spaß haben - ganz ohne Geld?

    Es ist Freitag. Hoch die Hände, Wochenende! Doch wie soll ich meine Freizeit genießen ohne Geld auszugeben? Tanzen gehen, ins Kino oder Theater gehen – alles kostet Geld und gerade in München nicht zu knapp. Ich entdecke die Seite von "Kulturraum München". Konzerte, Vorträge, Feste – in einem Kalender sind hier Veranstaltungen aufgelistet, die keinen Eintritt kosten. Super!

    Ich schwanke zwischen einem Singer-Songwriter-Konzert, einem Kinofilm, einer Lesung, einem Jazz-Gespräch und einem Ladenschlusskonzert. Ladenschlusskonzert? Was soll das denn sein? Ich bin neugierig, schnappe mir eine Freundin und wir machen uns am frühen Abend auf den Weg zum Gasteig.

    Das Konzert findet im Kleinen Konzertsaal statt. Um uns herum sitzen viele ältere Menschen. Skepsis macht sich breit. Doch dann kommt der erste Künstler auf die Bühne – wir sind bei einem klassischen Klavierkonzert gelandet. Ich bin beeindruckt von der Hingabe, mit der die Solisten ihre Melodien spielen. Nach Ende des Konzerts sind meine Freundin und ich begeistert. Hätten wir nicht nach einer Umsonst-Sache gesucht, wären wir bestimmt niemals zu einem Klavierkonzert gegangen – und gefallen hat es uns umso mehr.
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    Ausgaben Tag 4: Käse, Brot, passierte Tomaten, Butter: 3,58 Euro. Gesamt:16,50 Euro.
     
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  2. Vanie Ngo

    Vanie Ngo Administrator Staff Member

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    Tag 5, Samstag, 26. November 2016: Sachen tauschen und Essen finden

    Tomatensuppe, Reis mit Gemüse, Salzkartoffeln und jeden Morgen mein Billig-Müsli. So langsam habe ich keine Lust mehr auf die nicht vorhandene Auswahl in meinem Kühlschrank. Was tun? Ich habe kaum Geld mehr zur Verfügung und will irgendwie anders an Essen kommen.

    Da fällt mir ein, wovon mir ein Freund vor einigen Wochen erzählt hat: Foodsharing! Ich schalte das Laptop ein und fange an zu recherchieren. Tatsächlich, auch in München gibt es vier sogenannte Fair-Teiler, die zu unterschiedlichen Zeiten geöffnet haben. Jeder darf dort Essen hinbringen und/oder mitnehmen. „Wer Essen teilt, wirft nichts weg“ – so das Motto.

    Täglich von 9 bis 22 Uhr geöffnet hat der Fair-Teiler im Eine-Welt-Haus in der Schwanthalerstraße. Hungrig radle ich los. Doch bei meiner Ankunft ist die Enttäuschung groß, alles Essen ist bereits verteilt, die Regale und der Kühlschrank sind leer. Hm, was tun? Ich spreche eine Frau im Flur an und frage sie, ob sie eine Idee hat. „Klar, heute ist doch Samstag. Von 14 bis 15 Uhr hat immer die BrauchBar am Leonrodplatz geöffnet – und da gibt es auch einen Fair-Teiler.“ Juhu, das klingt doch vielversprechend, also weiter ans andere Ende der Stadt.
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    Inzwischen bin ich seit anderthalb Stunden unterwegs, und etwas zu essen habe ich immer noch nicht. Ganz schön aufwändig das Ganze. Ich bin hin und her gerissen zwischen Frustration und etwas Scham, weil ich so bedingungslos auf der Suche nach kostenlosen Lebensmitteln bin.

    Die BrauchBar ist ein Tauschladen und auf dem Gelände des Kreativquartiers am Leonrodplatz – das liegt ja nur zehn Minuten von mir entfernt! Auf der Suche nach der BrauchBar entdecke ich einen Bücherschrank auf dem Gelände. Ein Pärchen stöbert dort gerade in den Regalen. Es ist einer der offenen Bücherschränke Münchens – wer ein Buch hat, das er nicht mehr braucht, kann das dort abstellen und sich ein anderes mitnehmen. Eine tolle Idee!
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    Beim Foodsharing gab es Salat, Bananen und Trauben
    „Hallo, kann ich dir helfen?“, spricht mich ein junger Mann an. Er ist einer der Freiwilligen, die das Projekt organisieren. Er erzählt mir auch, dass er gleich das Essen vom Fair-Teiler verteilen wird. Die meisten, die herkommen, sind oft hier, helfen mit. Viele haben wenig Geld, andere finden den Tausch- und Anti-Konsum-Gedanken toll. Am Ende gehe ich glücklich mit einem Salatkopf, einem Bund Trauben und drei Bananen nach Hause. Zum Essen gibt es heute Milchreis mit Trauben.

    Ausgaben Tag 5: 0 Euro. Gesamt:16,50 Euro.

    Tag 6, Sonntag, 27. November 2016: Endlich vorbei!

    Heute ist der letzte Tag, ich hab noch 3,50 Euro übrig und bin um einige Erfahrungen reicher. Mit 20 Euro Lebensmittel für eine Woche besorgen? Auf jeden Fall machbar, allerdings bleiben Abwechslung und Gelüste auf der Strecke. Außerdem musste ich rationieren - schlemmen geht nicht.

    Mein Frühstück hat mir nur gereicht, weil ich, auch wenn ich noch Hunger hatte, keine zweite Schüssel Müsli gegessen habe. Und auch zum Abendessen gab es manchmal nur ein Käsebrot und ein paar Gurkenscheiben. Und eben mal für den kleinen Hunger etwas beim Bäcker holen ist auch nicht drin gewesen. Außerdem hab ich vor allem eins gebraucht: Viel Zeit!
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    Manchmal gab es zum Abendessen nur ein Käsebrot
    Und jetzt kommt ein weiteres großes Aber: Ich habe mein Geld ausschließlich für Essen ausgegeben. Wäre das Haarshampoo oder Spülmittel leer geworden, hätte ich ein Medikament von der Apothekegebraucht oder wäre die Waschmaschine kaputt gegangen - ich hätte mir nichts davon leisten können. Und das sind alles Dinge, bei denen es mehr ums Überleben als ums Leben geht.

    In meiner Freizeit habe ich auch ohne oder mit wenig Geld Wege gefunden, mich zu vergnügen - in München gibt es wirklich tolle Angebote. Trotzdem: Vieles ist einfach unverschämt teuer in München, sei es der Eintritt in einen Nachtclub, das Bier in einer Bar oder das Kinoticket. Wer wenig Geld zur Verfügung hat, ist von solchen gesellschaftlichen Vergnügungen in München schlichtweg ausgeschlossen.

    Ich habe in der Woche viele Menschen getroffen, die wenig haben und trotzdem das Beste daraus machen, die ihr Leben in München genießen, soweit sie können.

    Ich bin beeindruckt von ihrem Durchhaltevermögen und wütend, dass Menschen in einer Stadt wie München so leben müssen.
    Nguồn: http://www.focus.de/regional/muench...ine&fbc=facebook-focus-online&ts=201611301948
     
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